Leimkraut
Silene banksia
Schwer · Für erfahrene GärtnerÜber Leimkraut
Leimkraut ist eine kompakte, horstbildende Staude aus der Gattung Silene, einer großen Gruppe von rund 700 Arten in gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel und Teilen der Südhalbkugel. Diese niedrige, ordentliche Pflanze wird nur etwa 15 bis 30 Zentimeter hoch, bei einer etwas größeren Ausbreitung von 30 bis 60 Zentimetern, und eignet sich damit gut für Steingärten, Beetränder und Kübel auf einer sonnigen Terrasse. Schmales grünes Laub bildet eine ordentliche Rosette, aus der schlanke Stängel mit der für die Gattung typischen, leicht klebrigen Textur aufsteigen – ein Merkmal, dem die Gattung im Deutschen ihren Namen 'Leimkraut' verdankt. Bei voller Sonne und scharf durchlässigem Boden übersteht sie Trockenperioden und mageren Boden mühelos.
- dursttolerant
- kompaktt
- bestäubungsfreundlich
- kastenfreundlich
- duftend
So pflegst du Leimkraut
Gießen
- Frühlingalle 10 Tage
- Sommeralle 5 Tage
- Herbstalle 10 Tage
- Winteralle 20 Tage
Erde · Gut dränierend
- DeckschichtPinienrindenmulch10%
- HauptmischungBlumenerde + Perlit 2:170%
- DrainageBlähton / Kies20%
Die Drainageschicht nie weglassen – Staunässe ist die häufigste Ursache für Wurzelfäule.
DÜNGER
Volldünger 14-14-14
Ein Volldünger deckt alle drei Bedürfnisse auf einmal ab und hält Blätter, Wurzeln und Blüten im Gleichschritt, ohne dass etwas aus dem Gleichgewicht gerät.
- Stickstoff · Blätter
- Phosphor · Wurzeln + Blüten
- Kalium · Robustheit
- Frühlingalle 30 Tage
- Sommeralle 30 Tage
- Herbstalle 30 Tage
- Winteralle 30 Tage
Auf einen Blick
- HeimischAustralia
- Höhe0.5–1 ft (0.2–0.3 m)
- Breite1–2 ft (0.3–0.6 m)
- Laubfarbegrün
- Bodengut durchlässig
- StandorteGarten · Patio
Duft
LEICHTER DUFT
Ein zarter, süßer Duft der Blüten, verbreitet bei vielen Leimkraut-Arten und oft am Abend am stärksten, wenn er nachtaktive Falter anlockt.
Giftigkeit
Für diese Pflanze ist keine Giftigkeit bekannt. Trotzdem sollten Haustiere nicht an Pflanzen knabbern.
Bildungsinformation, kein medizinischer oder tierärztlicher Rat. Bei Verdacht auf Kontakt Arzt oder Tierarzt kontaktieren.
VERBREITUNG
- Heimisch
- Eingeführt
- Australia
Geschichte

Lange bevor Leimkräuter zu Gartenlieblingen wurden, waren sie schlicht Teil der Wiesen und Wegränder Europas und des gemäßigten Asiens, wo ihre fünfblättrigen, oft eingekerbten oder gefransten Blüten und die eigenartig klebrigen Stängel kaum zu übersehen waren. Naturforscher des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts gehörten zu den ersten, die schriftlich festhielten, was Landkinder wohl schon lange wussten: dass die oberen Stängel vieler Leimkraut-Arten mit einem klaren, drüsigen Sekret überzogen sind, das kräftig genug ist, um Ameisen, Mücken und andere kleine Insekten festzuhalten, die an den Blüten vorbei zum Nektar klettern wollen. Dieses eingebaute Fliegenpapier gilt als einfacher Schutzmechanismus, der nektarraubende Krabbler von den Blüten fernhält und die Belohnung stattdessen fliegenden Bestäubern überlässt. Diese Eigenheit war einprägsam genug, um der Pflanze im Englischen den festen Beinamen 'catchfly' zu verleihen, und sie fand, wenn auch nur am Rande, Eingang in die Kräuterbücher von Autoren wie Nicholas Culpeper, der Leimkräuter unter den geringeren Heilpflanzen der Landschaft aufführte. In der viktorianischen Zeit wurden Leimkräuter zudem zu festen Größen im Bauerngarten, geschätzt für ihre luftigen, langlebigen Blüten und ihre genügsame Art auf magerem, trockenem Boden, auf dem prächtigere Pflanzen sich schwertaten. Mehrere Arten der Gattung, insbesondere weißblühende Leimkräuter, duften nachts und öffnen oder erhellen sich zur Dämmerung hin, abgestimmt auf den Flug der Nachtfalter, die sie nach Einbruch der Dunkelheit bestäuben – ein Rhythmus, den Naturforscher seit weit über einem Jahrhundert dokumentieren und der bis heute Gärtner anzieht, die gezielt für Bestäuber pflanzen.
Symbolik & Bedeutung
Was sie symbolisiert
Verwurzelt in magerem, sonnengebranntem Boden, wo reicherer Grund selten ist, hat es das Leimkraut stets geschafft, dennoch zu blühen, was ihm bei Gärtnern einen stillen Ruf für Widerstandskraft eingebracht hat. Doch dieselbe Pflanze birgt ein kleines, verschmitztes Geheimnis: Ihre klebrigen oberen Stängel, entstanden allein, um krabbelnde Insekten vom Nektarraub abzuhalten, haben sie zu einer Pflanze von sanfter Verführungskraft gemacht – eine hübsche Blüte mit einer Falle im eigenen Stängel, seit Jahrhunderten von neugierigen Händen entdeckt.
- Widerstandskraft — Da es auf magerem, trockenem Boden gedeiht, auf dem prächtigere Pflanzen sich schwertun, ist das Leimkraut zum Sinnbild stiller Widerstandskraft geworden – der Fähigkeit, mit sehr wenig auszukommen.
- Verführung — Die klebrigen Stängel, die kleine Insekten festhalten, verleihen dem Leimkraut seit jeher einen Hauch verspielter, fast schelmischer Verführungskraft – Schönheit, die eine feine Falle verbirgt.
Woher der Name kommt
Der Gattungsname Silene beschäftigt Botaniker seit Jahrhunderten. Viele führen ihn auf das griechische sialon zurück, was 'Speichel' bedeutet – ein Verweis auf das klebrige, schaumartige Sekret, das viele Arten an ihren oberen Stängeln absondern; andere verbinden ihn mit Silenus, dem weinliebenden Waldbegleiter des Gottes Bacchus in der griechischen Mythologie, der traditionell schaum- und laubbedeckt dargestellt wurde. Beide Deutungen verweisen auf dieselbe reale Eigenschaft: die drüsige Klebrigkeit, die den Leimkräutern im Englischen den Beinamen 'catchfly' einbrachte, da kleine Insekten so oft an den Stängeln festkleben.
Verwendung & Wissenswertes
- Ihr kompakter, polsterbildender Wuchs und die luftigen, sternförmigen Blüten machen Leimkraut zu einer vielseitigen Beeteinfassung, Steingarten- oder Kübelpflanze für sonnige Standorte.
- Viele Silene-Arten bieten Nachtfaltern, Bienen und anderen Bestäubern Nektar, manche duften und öffnen sich besonders stark in der Dämmerung.
- Europäische Volksheiler zählten Leimkräuter einst zu den kleineren Heilpflanzen früher Kräuterbücher, auch wenn solche Anwendungen längst aus der gängigen Praxis verschwunden sind.
Verwandte Pflanzen
Pflanzen mit ähnlicher Pflege
LippenstiftpflanzeAeschynanthus longicaulis
SchmucklilieAgapanthus africanus
Glocken-AgapanthusAgapanthus campanulatus
Gewöhnlicher AgapanthusAgapanthus praecox
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich Leimkraut gießen?
Im Sommer etwa alle 5 Tage gießen, im Winter etwa alle 20 Tage. An Hitze, Topfgröße und Drainage anpassen.
Wie viel Licht braucht Leimkraut?
Halbsonne: 4–6 Std. direkt. Achte auf die Blätter — Verbrennungen oder Vergeilen zeigen, dass das Licht angepasst werden muss.
Ist Leimkraut giftig für Katzen oder Hunde?
Für diese Pflanze ist keine Giftigkeit bekannt. Trotzdem sollten Haustiere nicht an Pflanzen knabbern. Bildungsinformation, kein medizinischer oder tierärztlicher Rat. Bei Verdacht auf Kontakt Arzt oder Tierarzt kontaktieren.
Ist Leimkraut leicht zu pflegen?
Sie gilt als anspruchsvoll und belohnt erfahrene Gärtner.
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